Deutschland und Timor-Leste

Die Beziehungen zwischen Timor-Leste und Deutschland sind von Freundschaft geprägt. Timor-Leste erhält seit der Zeit der VN-Übergangsverwaltung (1999-2002) umfangreiche Unterstützung aus Deutschland zum wirtschaftlichen und politischen Aufbau des Landes. Mit Erreichen der staatlichen Unabhängigkeit am 20. Mai 2002 wurde Timor-Leste von Deutschland völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Regelmäßige gegenseitige Besuche fördern eine enge Zusammenarbeit sowohl im bilateralen als auch multilateralen Bereich. Der erste Besuch eines timoresischen Regierungsmitglieds in Deutschland fand bereits kurz nach der Unabhängigkeit des Landes im November 2002 statt, als der ehemalige Außen- und Premierminister und heutige Staatspräsident Timor-Lestes, Friedensnobelpreisträger Dr. Ramos-Horta, nach Berlin kam. Im Oktober 2004 hielt sich der damalige Staatspräsident und heutige Premierminister Xanana Gusmão erstmals auf Einladung der Bundesregierung zu einem Besuch in Deutschland auf. Im Gegenzug stattete der damalige Bundesminister Fischer – als erster EU-Außenminister – dem unabhängigen Timor-Leste am 11. Februar 2005 einen Besuch ab. Im Februar 2009 war der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Günter Nooke, zu Gast in Timor-Leste. Zuletzt besuchte MdB Johannes Pflug, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, im Dezember 2009 die Hauptstadt Dili.

Deutschland ist seit 1999 in einer Vielzahl von Projekten in Timor-Leste aktiv.

In der Entwicklungszusammenarbeit investierte Deutschland bislang rd. 44,3 Mio. EUR. Die Schwerpunkte lagen zunächst in den Bereichen der ländlichen Entwicklung und des maritimen Transports. Symbolisch für den von der timoresischen Regierung und Bevölkerung hoch geschätzten deutschen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes ist die Fähre „Berlin-Nakroma“, die zwischen Dili und der Exklave Oecussi sowie der Insel Ataúro verkehrt. Seit 2008 konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit mit Timor-Leste vor allem auf den Bereich „Krisenprävention und Konfliktbearbeitung“.

Auch der kulturellen Zusammenarbeit mit Timor-Leste kommt eine besondere Bedeutung zu. Deutschland hat die junge Nation beim Aufbau eines Filmarchivs und somit beim Prozess des „nation building“ unterstützt. Außerdem werden Fortbildungsseminare für timoresische Journalisten in Deutschland und Indonesien angeboten. Seit 2008 findet jährlich ein sehr beliebtes EU-Filmfestival, bei dem auch deutsche Filme gezeigt werden, in der Hauptstadt Dili statt.

Am 11. Januar 2010 wurde der deutsche Botschafter in Indonesien, Dr. Norbert Baas, als Botschafter der Bundesrepublik in Timor-Leste akkreditiert. Die deutsche Vertretung in Jakarta ist für Timor-Leste zuständig. Vertreter der Botschaft Jakarta besuchen regelmäßig die deutschen Projekte in Timor-Leste, vertreten Deutschland bei den alljährlichen Geberkoordinierungstreffen und pflegen durch regelmäßige Gespräche mit timoresischen Regierungsvertretern die Beziehungen zum Land. Vor Ort wird die Botschaft Jakarta in konsularischen Angelegenheiten durch die portugiesische Botschaft vertreten.